Gesundheitsmarkt – ein Wachstumsmotor?
Deutschland hatte einst den Ruf der “Weltapotheke”. Viele bedeutende Pharmaunternehmen haben ihren Ursprung in Deutschland. Jedem sind beispielsweise Produkte von Beiersdorf geläufig, anfangs übernahm der Gründer der Firma, Paul C. Beiersdorf, 1890 in Hamburg eine Apotheke in der Mühlenstraße. Nach enger Zusammenarbeit mit einem Dermatologen meldete er bald sein erstes Patent an: ein medizinisches Pflaster. 1892 entstand die erste Fabrik in Eimsbüttel, heute ist Beiersdorf ein etabliertes Unternehmen im Gesundheitsektor.
Gesundheitsindustrie – wie geht es weiter?
Die Gesundheitsbranche ist heute ein entscheidender Industriezweig für unser Land. Bereits jetzt arbeiten rund 4 Millionen Beschäftigte in diesem Bereich, Tendez steigend. Ob als Ärzte, Pfleger, Pharmazeuten, es gibt eine breite Vielfalt an Einsatzmöglichkeiten. Auch im kaufmännischen Sektor werden fähige Mitarbeiter gesucht, die Gesundheitsökonomie hat sich längst zu einem eigenständigen Wissenschaftsgebiet entwickelt. Demographische Analysen prophezeihen seit einiger Zeit eine zunehmende Überalterung der Gesellschaft, einerseits wegen abnehmender Geburtenraten, andererseits wegen technischen Fortschritt, denn die Medizintechnik macht immer mehr möglich, die Lebenserwartung steigt stetig an. Das alles deutet darauf hin, dass der Gesundheitssektor in der Gesamtwirtschaft einen immer größeren Platz einnehmen wird.
Gesundheitswesen im Wettbewerb
Schon lange ist Deutschalnd nicht mehr alleine am internationalen Pharmamarkt, andere Länder holen auf und Forschung ist so teuer und riskant wie nie zu vor, Generika drängen auf den Markt und schmälern den Gewinn der Hersteller von Originalpräparaten. Die Gesundheitskosten explodieren förmlich, was jeder einzelne durch steigende Zuzahlungen zu spüren bekommt, viele Leistungen müssen gänzlich selbst gezahlt werden. Das 2011 in Kraft getretene Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz erhöht den Druck auf Arzneimittelhersteller, den Nutzen ihrer neuen Präparate unter Beweis zu stellen. Dafür haben sie ein Jahr Zeit, gelingt es ihnen nicht, eine Nutzensteigerung darzulegen, wird das Medikament nur noch in Höhe der Vergleichstherapie vergütet. Durch all das bleibt es spannend im Gesundheitwesen.
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